aktualisiert: 15.7.1997, Armin Konrad
Eine Übersicht der
Zeigerwerte
(nach Ellenberg)
L = Lichtzahl
Vorkommen in Beziehung zur relativen
Beleuchtungsstärke. Die Angaben bei Bäumen beziehen sich auf
das Vorkommen von Jungpflanzen in der Krautschicht.
1 Tiefschattenpflanze,
noch bei unter 1% r.B. selten über 30% r.B..
2 Zwischen 1 und 3 stehend.
3 Schattenpflanze, meist
unter 5% r.B., aber auch an helleren Stellen.
4 Zwischen 3 und 5 stehend.
5 Halbschattenpflanze,
meist über 10% r.B., aber selten in vollem Licht.
6 Zwischen 5 und 7 stehend.
7 Halblichtpflanze, meist
bei vollem Licht aber auch im Schatten bis 30% r.B..
8 Lichtpflanze, nur
ausnahmsweise bei weniger als 40% r.B..
9 Vollichtpflanze, nur an
voll bestrahlten Standorten, nicht weniger als 50% r.B..
T = Temperaturzahl
Vorkommen im Wärmegefälle zwischen der
nivalen Stufe des Hochgebirges und den wärmsten Tieflagen.
1 Kältezeiger,
nur in der alpinen und nivalen Stufe des Hochgebirges.
2 Zwischen 1 und 3 stehend (die meisten alpinen
Arten).
3 Kühlezeiger, vorwiegend
in subalpinen Lagen.
4 Zwischen 3 und 5 stehend (hochmontane und
montane Arten).
5 Mäßigwärmezeiger, von
tiefen bis montanen Lagen. Schwergewicht im
submontan-temp. Bereich.
6 Zwischen 5 und 7 stehend (planar bis collin).
7 Wärmezeiger, im nördl.
Mitteleuropa nur in Tieflagen.
8 Zwischen 7 und 9 stehend. (Schwergewicht:
submediterrran).
9 Extreme Wärmezeiger,
mediteran, nur an wärmsten Standorten der
Oberrheinebene.
K = Kontinentalitätszahl
Vorkommen im Kontnentalitätsgefälle zwischen
der Atlantikküste und dem Inneren Eurasien.
1 Euozeanisch,
nur wenige Vorposten in Mitteleuropa.
2 Ozeanisch
(Schwergewicht: Westeuropa und westl. Mitteleuropa).
3 Zwischen 2 und 4 stehend (Große Teile
Mitteleuropas).
4 Subozeanisch
(Schwergewicht: Zentr. bis östl. Mitteleuropa).
5 Intermediär, schwach subozeanisch bis
schwach subkontinental.
6 Subkontinental
(Schwergewicht: Östl. Mitteleuropa bis Osteuropa).
7 Zwischen 6 und 8 stehend.
8 Kontinental (nur an
Sonderstandorten im östl. Mitteleuropa).
9 Eukontinental (fehlt im
westl. Mitteleuropa, im östl. Mitteleuropa selten.)
F = Feuchtezahl
Vorkommen im Gefälle der Bodenfeuchtigkeit,
von flachgründig-trockenen Felshängen bis zum Sumpfboden, bzw.
seichten oder tiefen Wasser.
1 Starktrockniszeiger
(auf trockene Böden beschränkt).
2 Zwischen 1 und 3 stehend.
3 Trockniszeiger
(häufiger auf trockenen als auf frischen Böden, fehlt
auf feuchten Böden).
4 Zwischen 3 und 5 stehend.
5 Frischezeiger (auf
mittelfeuchten Böden, fehlt auf nassen und auf öfter
austrockn. Böden).
6 zwischen 5 und 7 stehend.
7 Feuchtezeiger (auf
durchfeuchteten aber nicht nassen Böden).
8 Zwischen 7 und 9 stehend.
9 Nässezeiger (auf
durchnäßten, luftarmen Böden).
10 Wechselwasserzeiger
(Wasserpflanzen, die längeres Trockenfallen des Bodens
ertragen.
11 Wasserpflanze, die mit
Teilen über die Wasseroberfläche hinausragt oder auf
dieser schwimmt.
12 Unterwasserpflanze
(ständig oder fast dauernd untergetaucht).
R = Reaktionszahl
Vorkommen im Gefälle der Bodenreaktion und des
Kalkgehaltes.
1 Starksäurezeiger
(niemals auf schwach sauren bis alkalischen Böden).
2 Zwischen 1 und 3 stehend.
3 Säurezeiger (vorallem
auf sauren Böden, nur ausnahmsweise auf neutralen
Böden).
4 Zwischen 3 und 5 stehend.
5 Mäßigsäurezeiger, auf
stark sauren und neutralen bis alkalischen Böden selten.
6 Zwischen 5 und 7 stehend.
7 Schwachsäure- bis Schwachbasenzeiger,
niemals auf stark sauren Böden.
8 Zwischen 7 und 9 stehend.
9 Basen- und Kalkzeiger,
stets auf kalkreichen Böden.
N = Stickstoffzahl
Vorkommen im Gefälle der
Mineralstickstoffversorgung während der Vegetationszeit.
1 Stickstoffärmste
Standorte anzeigend.
2 Zwischen 1 und 3 stehend.
3 Auf stickstoffarmen
Böden häufiger als auf mittelmäßigen.
4 Zwischen 3 und 5 stehend.
5 Anzeiger für mäßig
stickstoffreiche
Standorte.
6 Zwischen 5 und 7 stehend.
7 An stickstoffreichen
Standorten häufiger.
8 Ausgesprochene Stickstoffzeiger.
9 Auf übermäßig
stickstoffreiche
Standorte konzentriert (Viehlägerpflanze,
Verschmutzungszeiger).
Anmerkung zur statistischen Auswertung:
Zeigerwerte sind keine an einer linearen Skala normierten
Meßwerte. Aus der Artenliste eines Standortes sollten nach einem
streng statistischen Maßstab nur Häufigkeitsverteilungen der
Zeigerwerte berechnet werden. In der Praxis hat sich aber die
Berechnung durchschnittlicher Zeigerwerte zur ökologischen
Standortbeurteilung bewährt. Da es sich bei dem Ergebnis aber um
keinen normierten Wert handelt, sollte es nur als Grundlage einer
qualitativen verbalisierten Standortbeurteilung betrachtet
werden!
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